Unser Weg - Around the World to find Ourselves !

Dienstag, 3. Juni 2014

Hanoi und Halong Bay

Jetzt haben wir unsere letzte Station in Vietnam hinter uns gebracht. Nach einer Nacht in Hanoi sind wir für 3 Tage und 2 Nächte mit einer Dschunke über die Halong und die Ha Lan Bay geschippert. Es fällt ein bißchen schwer das Ganze zu bewerten. Die Bilder der Halong Bay hat wahrscheinlich jeder schon mal gesehen. Tausende von kleinen Inselchen aus Limestone die aus dem grünen Wasser der Halong Bay ragen. James Bond hat hier schon nach Bösewichten gefahndet und die Bucht wurde mit dem Prädikat eines Naturweltwunder versehen. Man kann das alles natürlich noch sehen, allerdings muss man sich darüber im klaren sein, dass dies im Rahmen einer riesigen Tourismusmaschinerie erfolgt. Wir sind ja nun in der heißen Low Season unterwegs und ehrlich gesagt war uns der Trubel auf dem Wasser schon viel zu viel. Ich möchte mir nicht vorstellen wie das ganze in der High Season aussieht, wenn noch 3 bis 4 mal mehr Boote unterwegs sind.

Die Art und Weise wie Halong City und die Marina für die Touristenboote mittlerweile baulich an die Menschenmassen angepasst wurden ist furchterregend und die große Anzahl an Baustellen zeigt, dass Vietnam den toten Gaul noch ein paar Jahre weiter reiten will.

Abgesehen davon ist die Bucht natürlich immer noch wundervoll anzuschauen und Morgens und Abends bei Sonnenauf- und untergang kann man noch ein wenig von dem Zauber erahnen, den die Natur hier inszeniert hat.

Naturwunder Halong Bay
Sonnenuntergang in der Halong Bay
Dann wird es romantisch
Es wird Nacht in der Bay
Den zweiten Tag waren wir in der etwas weniger überlaufenen Ha Lan Bay, in welcher man auch noch ins Wasser springen kann ohne gleich von der nächsten Dschunke über den Haufen gefahren zu werden.

Unsere V-Spirit Dschunke auf dem Weg in die Ha Lan Bay
Und los geht's
Fürs Synchronspringen bei Raab reichts nicht ;-)
Sehr schön waren auch die Kajaktrips die wir von der Dschunke aus in der Halong Bay gestartet haben.

Mit dem Kajak durch Halong
Das können wir mittlerweile gut.
Haben die etwa Futter dabei?
Nö???
Ach ja, der Hut ... steht ihr immer noch gut.
Hanoi als Ausgangspunkt unserer Tour hat uns vom Stadtbild besser gefallen als Saigon. Es gibt mehr alte Häuser und die Altstadt und das French Quarter versprühen ein bißchen historisches Flair. Letzlich sind diese asiatischen Großstädte aber nicht schön im eigentlichen Sinn, sondern für Europäer in erster Linie aufregend und fremdartig, weil sich jemand ohne "Asienerfahrung" den Trubel einer solchen Stadt kaum vorstellen kann. Nach 2 Tagen Faszination wird das ruhige klimatisierte Hotelzimmer aber dann schnell zum Lieblingsplatz und man erwischt sich immer öfter bei dem Gedanken den nächsten Rollerfahrer der sich mit 5 cm Abstand, hupend an einem vorbeiquetscht mit einem gepflegten rechten Schwinger aus dem Sattel zu haun. Man tut es dann doch nicht, setzt sich lieber auf eines der kleinen Plastikhöckerchen am Straßenrand und trinkt ein gepflegtes Bia Hoi. Prost!

Guter Platz für ein Bia Hoi
Wir sind ganz froh jetzt nach Laos aufzubrechen, denn wir hoffen, dass uns Laos ebenso wie Kambodscha mit etwas mehr ursprünglicher asiatischer Freundlichkeit und Gelassenheit begegnen wird. Vietnam hatte seine Highlights, ich glaube aber wir waren mindestens 10 Jahre zu spät hier um wirklich Freude daran zu haben, der ursprüngliche Charme ist zerstört ... ähhhhh Entschuldigung, wollte natürlich sagen:

Das Land hat sich entwickelt! Wir freuen uns mit den Vietnamesen, über die steigende Bevölkerungszahl, die große Zahl internationaler Joint Ventures, die die Industrialisierung des Landes vehement vorantreiben, den steigenden persönlichen Lebensstandard, der es bald ermöglichen wird das Moped gegen ein Auto zu tauschen.

Gruß
DölLi & DölLine

Donnerstag, 29. Mai 2014

Kaiserstadt Hue

In Hoi An haben wir uns einen Fahrer organisiert der uns über den Wolkenpass in die alte Kaiserstadt Hue gefahren hat.  Die Fahrt geht durch das ländliche Vietnam. Der Wolkenpass ist eine Wetterscheide und oft sammeln sich an diesem Bergrücken die von südchinesische Meer landeinwärts ziehenden Wolken. Bei unserer Überfahrt war der Himmel klar und so hatten wir einen schönen Blick.

Unterwegs zum Wolkenpass

Auf der Passhöhe stehen einige kleine Cafe und Verkaufsbuden. Hier haben wir Dhang getroffen. Ehrlich, obwohl sicher aus einfachen Verhältnissen kommend, halte ich Dhang für eines der smartesten und eloquentesten Verkaufsgenies die ich bisher getroffen habe. Und wenn jemand von euch jemals nach Vietnam kommen sollte und euch der Sinn nach Zuchtperlen stehen sollte, kauft sie bei Dhang. Noch nie hat es mir so leid getan, kein Interesse an einer angebotenen Ware zu haben. Immerhin hatte uns Dhang eine halbe Stunde bestens unterhalten und dabei so profunde Kenntnisse zu allen Themen gezeigt, sei es die Historie Vietnams, die aktuelle Bundesliga, die bevorstehene Fußball-WM, die Geografie Deutschlands, Perlzucht und die Psyche der Europäer, dass ich aus lauter Begeisterung für einen solchen Intellekt fast aus purer Symphatie gekauft hätte.

Kurz hinter dem Pass gibt einen kleinen Abzweig zur sogenannten Elefantenquelle. Benannt nach einem Felsen der mit viel Fantasie einem Elefanten ähneln soll. Hier flièßt ein kühler Gebirgsfluss durch mehrere natürliche Pools, bildet Steinterrassen und Kaskaden. Was für ein Spaß sich bei 40 Grad Außentemperatur in das kühle klare Wasser zu legen.

Tut das gut!
Elefant Springs
Vietnams schönstes "Freibad"
Weiter unten im Fluß hst das kühle Wasser noch andere Fans
Wasserbüffel
Es viel ziemlich schwer diesen Ort wieder zu verlassen und die Fahrt nach Hue fortzusetzen. Hue selbst war bis zur Abdankung des letzten Kaisers 1945 Hauptstadt von Vietnam. War im Krieg in den 70ern hart umkämpft, wurde schließlich von den siegreichen Truppen des Nordens überrannt und geriet dann ziemlich in Vergessenheit. Große Teile der kaiserlichen Paläste wurde im Bombenhagel zerstört.

Hue hat nicht den Charme von Hoi An, durch die inzwischen zum Teil wieder hergestellten kaiserlichen Paläste, sowie den 15km von der Stadt entfernt liegenden 3 Kaisergräbern hat sie aber einiges zu bieten was einen Stop lohnt.

Wir sind heute schon um 6.15 Uhr los und waren um kurz vor 7.00 Uhr die ersten die Zutritt zu den kaiserlichen Palästen der Zitadelle bekamen. Eine gute Entscheidung denn die erste Stunde ist zweifellos die schönste. Um 8.30 Uhr kommen dann die Reisegruppen und die Temperatur steigt dann auch bereits auf über 30 Grad. Wir konnten uns moch in aller Ruhe umsehen.

Kaiserpalast
Vietnams Kaiser mochten es bunt.
Steht ihr immer noch gut, der Hut.



Am Nachmittag haben wir uns nach die beiden Kaisergräber Minh Mang und Khai Dinh sowie die Thien Mu Pagode angesehen. Damit war unser Hue Programm dann auch schon abgeschlossen.

Minh Mang

Khai Dinh





Aus der Reihe getanzt.

National Pagode
Gruß

DölLi & DölLine

Mittwoch, 28. Mai 2014

Stadt der Lichter - Hoi An

Mit dem Flugzeug sind wir eine Stunde von Saigon nach Danang geflogen und von dort weiter nach Hoi An gefahren. Hoi An war einst einer der wichtigsten Handelshäfen Ostasiens. Es hat eine Jahrhunderte währende Handelstradition und so ist die Stadt auch heute noch einer der besten Plätze Vietnams, um sich Klamoten auf den Leib schneidern zu lassen, Lederwaren zu kaufen oder Alles was das Herz des Reisenden sonst noch so begehren mag.

Wir waren vom ersten Moment an begeistert. Die Altstadt von Hoi An ist komplett erhalten und mit Mitteln der UNESCO wurden vielen der mehrere hundert Jahre alten Handelshäuser restauriert. Die ganze Altstadt ist asienuntypisch für den motorisierten Verkehr gesperrt, so dass man in Ruhe radeln oder spazieren kann.

Fluß durch Hoi An
Mit dem Fahrrad durch die Altstadt



In die alten Häuser sind Bars, Restaurants, Galerien und Shops eingezogen und verwandeln die ganze Stadt in einen Marktplatz, wobei hier die Mischung aus Kommerz, Kultur und Tradition überaus gelungen ist. Es ist ein Erlebnis hier durch die Gassen zu schlendern. In den Shops fast ausschließlich sehr geschmackvolle Handwerkskunst und wenig des sonst so typischen Asienramsches. Besonders die bunten Laternen, für die die Stadt sehr bekannt ist, sorgen dafür das abends alles in ein wunderbares Licht getaucht wird.

Laternenmädchen in Hoi An

Transzendent
Hoi Ans Laternen
Besonders schön ist, dass es in Hoi An noch viel Traditionelles zu entdecken gibt. Unweit der Altstadt gibt es Märkte auf denen die Einheimischen ihren täglichen Einkauf erledigen, über den Fluß fahren kann man mit kleinen Booten und Fischer legen hier noch ihre Netze aus.

Alte Tradition
Fährmann, warten auf Kundschaft



Hoi An Markt

Fischer
Fischerboote
Der einzige "Nachteil" von Hoi An ist, dass es einfach unmöglich ist hier nicht in einen regelrechten Shoppingrausch zu verfallen. Ich bin sicher, wenn ich nicht noch ein paar Wochen mit dem Rucksack durch Asien reisen müsste, so wäre ich hier mit 20 kg Übergepäck abgereist.

Am ersten Abend landeten wir durch Zufall im Restaurant des Mr. Phong. Mr. Phong legte uns außer einem leckeren Essen auch noch mehrere abgegriffene Notizblöcke auf den Tisch, indem sich Gäste aus aller Welt dafür bedankten, dass ihnen Mr. Phong das wahre Vietnam gezeigt hätte und sie von ihm viel zur Geschichte des Landes gelernt hätten. Und so kam es, dass wir am nächsten Morgen auf einem Moped hinter dem vorausfahrenden, alten Vietkong-Kämpfer Mr. Phong herknatterten. Es ging in Mr. Phongs Heimatdorf. In der Wohnstube von Mr. Phong erhielten wir dann einen Abriß zur Geschichte Vietnams und er erzählte uns wie im Krieg der Riss zwischen den Kommunisten im Norden und den prowestlichen Südvietnamesen durch Familien ging, Brüder auf Brüder schossen und zeigte uns später im Dorf noch die Stellungen an welchen Geschütze, die über den Fluss kommenden Amerikaner unter Feuer nahmen. In so manchen alten Haus im Dorf waren noch Einschusslöcher zu sehen. Sehr anschaulich! Mr. Phong zeigte uns das ganze Dorf und wie die Menschen im heutigen ländlichen Vietnam leben, seinen Familientempel, den örtlichen Markt und vieles mehr. Zum Abschluß bekochte uns Mrs. Phong noch mit einem typisch, vietnamesischen Allerlei. Danach knatterten wir mit unserem Moped zurück nach Hoi An.

DölLine, Vietkong Kämpfer Phong und sein 94jähriger Onkel
vietnamesische Landküche
Familientempel der Phongs
Marktfrau mit Gänsen
Räucherstäbchen Manufaktur
Auch am zweiten Abend zog uns die Altstadt mit ihren Lichtern wieder in ihren Bann und was soll ich sagen, zwei der bunten Stofflaternen und ein neuer Hut ergänzen fortan unser Reisegepäck.

Steht ihr aber gut, der Hut ;-)
Zwei wunderschöne Tage in Hoi An gehen zu Ende.

Ein paar Worte noch zu unserer Unterkunft. Wir haben uns ein Zimmer im MY House Homestay genommen, also einer Kleinstpension, in welcher die ganze Familie ihr Bestes gibt, den Gästen den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Fahrräder konnten wir umsonst jederzeit nutzen und damit in die Altstadt radeln. Wir brauchten einen Motorscooter, 5 Minuten später stand er vorm Haus. Wir fragten nach einem private Transfer nach Hue, 5 Minuten später war er zu einem wirklich guten Preis organisiert. Es sei Jedem nur wärmstens empfohlen, wenn er durch Asien reist den Mut aufzubringen nicht im Hotel abzusteigen, sondern in einem der privaten Homestays mit Familienanschluss zu übernachten. Wir fanden es sehr schön!

Jetzt wird gepackt unser private Transfer kommt in einer Stunde. Es geht weiter nach Hue.

Liebe Grüße
DölLi & DölLine