Unser Weg - Around the World to find Ourselves !

Unsere Route

Samstag, 28. Juni 2014

was vom Träumen übrig blieb

Seit fast zwei Wochen sind wir jetzt wieder zurück in Deutschland. Waren wir wirklich fast 6 Monate unterwegs? Es ist irgendwie komisch, sobald man die eigene Wohnung betritt ist es, wie es immer war. Das Erlebte scheint bereits weit hinter uns zu liegen. Schade, irgendwie hatte ich gehofft, dass die Eindrücke das eigene Bewusstsein stärker beeinflussen, irgendwie präsenter bleiben.

Man kann Erlebtes also nicht konservieren.

Was man kann, ist sich erinnern. Und wenn man sich so erinnert, dann merkt man, welche Eindrücke, welche Orte sich ein bißchen tiefer eingebrannt haben, ins eigene Ich. Für mich ist dies Patagonien, der einzige Ort den wir gesehen haben, der noch so ist, wie es sein sollte. Der Mensch tritt hier zurück in der eigenen Wahrnehmung. Natürlich ist auch Patagonien keine von menschlichen Einflüssen unberührte Landschaft mehr, aber Menschen, deren Straßen und Bauwerke nehmen hier nicht die Hauptrolle ein. Berge, Seen und Flüsse, Tiere und der Wind spielen hier die Hauptrolle. Und den Menschen die hier leben oder auch nur reisen wird eine Eigenverantwortung übertragen, selbst zu entscheiden was man tun sollte oder was man lieber sein lässt.

Jeder sollte sich mal aufmachen um solche Orte zu finden. Es wird einem schnell bewusst werden, dass dies die Schätze der Erde sind, die gegen die finanziellen Interessen internationaler Multis, korrupter Politiker oder auch nur den gedankenlosen Verbrauch natürlicher Ressourcen einer ständig wachsenden Bevölkerung geschützt werden müssen.

Man lernt beim Reisen nicht nur viel über die Welt, sondern vor allem über sich selbst. Erstaunlich ist die Erkenntnis das man hervorragend mit 2 Hosen, 2 T-shirts, 1 Jacke, 2 Paar Socken und 2 Paar Schuhen durchs Leben kommt. Der erste Blick in den eigenen Kleiderschrank nach der Rückkehr ist daher etwas surreal und man fragt sich wer oder was uns in unserem "normalen Leben" dazu veranlasst diese Masse an Kleidung anzuhäufen. Naja, jedenfalls ist der Altkleidercontainer auf der anderen Straßenseite jetzt voll ;-)

Längere Zeit unterwegs zu sein, befreit einen vom selbst auferlegten Zwang in kurzer Zeit möglichst viel erleben zu müssen, der bei so manchen 2 Wochen-Urlaub verhindert, dass man mal richtig durchpustet. Nach 3 Wochen beginnt man zu vergessen welcher Wochentag gerade ist. Der Verzicht auf Fernsehen und Zeitung befreit einem von den Themen um die sich hier in Deutschland scheinbar alles dreht. Gesellschaftliche Lage, politische Entscheidungen, wirtschaftliche Entwicklung, nichts davon ist für einen selbst wirklich wichtig. Diese Themen werden nur durch das System relevant, in welches wir hineingeboren werden und durch die einseitige mediale Berieselung nehmen sie im Alltag einen viel zu großen Raum ein. Unterwegs zu sein, rückt die Dinge wieder ein bißchen zurecht. Man merkt aus eigener Erfahrung was einem Freude bereitet, was einem gut tut, was einen ärgert oder belastet. Man ist frei das eine zu tun und das andere zu lassen. Ein Zustand, der Zufriedenheit schafft.

Sicher gäbe es noch sehr viel zu erzählen, aber auch tausende von geschriebenen Worten werden es nicht schaffen das zu vermitteln, was die eigenen Sinne aufnehmen in den verschieden Ländern, die wir bereist haben. Es fehlen Geräusche und Gerüche, Wind und Wellen, Regen und Hitze, Freude und Schmerzen, Geschmack und Gefühle. Da hilft nur sich selbst auf den Weg zu machen. Also los, ihr seid an der Reihe !

Wir werden sicher noch viele Gelegenheiten haben über das Erlebte mit euch zu sprechen, schließlich warten noch Zehntausendundsechzig Fotos darauf, gezeigt zu werden ;-)

Dieser Blog hat aber erstmal ausgedient. Er bleibt online, wer weis wann wir ihn wieder brauchen.

Vielen Dank an euch alle, dafür dass Ihr uns über diesen Blog bei unserer Reise begleitet habt. Danke für die "Likes" und Kommentare im Blog, per e-mail oder auf Facebook. Tatsächlich fanden wir es schön zu wissen, dass sich jemand dafür interessiert wie es uns geht und wo wir gerade sind. Nachzusehen ob sich jemand zu unseren Blogeinträgen gemeldet hat war uns ein festes und liebgewonnenes Ritual, immerdann wenn wir wieder online gehen konnten.  

Anliegend noch ein kleiner Film mit Ausschnitten unserer Reise. Ich kann zwar nicht filmen und wir haben eher zufällig ab und an ein Filmchen gedreht als damit die komplette Reise zu dokumentieren, aber dennoch finde ich, dass es einen etwas anderen Eindruck von dem Erlebten vermittelt als die in den Blog gestellten Fotos. Leider musste ich die Datei runterskalieren um das ganze in youtube hochladen zu können. Die Bildqualität ist daher nicht mehr die beste.





Würde uns freuen, wenn wir bei dem einen oder anderen von euch den Wunsch geweckt oder verstärkt haben sollten sich mal auszuklinken, den Rucksack zu packen und einen Schritt in die Welt zu wagen, ein bißchen abseits ausgetretener Pfade zu wandeln. Es finden sich immer viele Argumente warum gerade jetzt nicht die richtige Zeit ist aufzubrechen, aber denkt daran, there is only...

One Life, Live It !

Viele Grüße
DölLi & DölLine




1 Kommentar:

  1. Hallo Ihr Zwei,
    wir können eure Worte und Gefühle sehr gut nachvollziehen!
    Auch wir haben gemerkt,wie schnell einem der Alltag wieder einholt.
    Allerdings sind die Erinnerungen immer da und diese begleiten uns Tag für Tag :).
    Herzliche Grüsse
    Tanja & Armin
    PS: Den Film werden wir uns mal in Ruhe anssehen - wir freuen uns schon drauf!

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