Unser Weg - Around the World to find Ourselves !

Unsere Route

Samstag, 14. Juni 2014

Letzter Gruß aus Fernost

Die Rücksäcke sind gepackt. Gleich werden wir uns mit einem Tuktuk zum Flughafen in Siem Reap fahren lassen.

Eine kleine Anekdote zum Thema "wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben" muss aber noch sein.
 
Mit dem Bus auf dem Landweg von Laos nach Siem Reap in Kamboscha, ca 400 km. Hört sich wenig spannend an, wird hier aber zum 12 Stunden Abenteuer unter dem Motto "In den Händen der Busmafia".

Bei der Ankunft am Fähranleger bei Don Det, bevor wir auf die Insel übersetzten, hatten wir uns am Busterminal einen Busvoucher für den internationalen Transfer nach Kambodscha ausstellen lassen. Dieser sei für die "New Street" hieß es, Reisezeit 8 h. Na ja, " New Street" hört sich ja nicht schlecht an, dachten wir. 35 $ pro Person war etwa der Preis, der auch im Reiseführer genannt war. Wir bekamen 2 Zettel in die Hand mit dem gewünschten Reisedatum, alles klar also. Da der Grenzübergang über Land vom Reiseverkehr noch nicht allzu häufig genutzt wird waren die anderen Informationen aus dem Lonely Planet wie folgt: Ein Visa on Arrival ist dort erhältlich. Zu der normalen Visagebühr kommt eine eher inoffizielle "Stempelgebühr" von 2$ je Pass und 4$ für eine "Gesundheitsuntersuchung" an der Grenze, von der wir schon im Internetgelesen hatten. Na dann.

Am Reisetag ließen wir uns mit dem Boot unseres Guesthouse von Don Det übersetzen. Auf dem 200 Metern Fussweg vom Fähranleger zum Busterminal die Ansprache "Show the Ticket here please". Ja, ja genau, auf die Anfängertricks fällt man nach 6 Monaten Weltreise nicht mehr rein. Ignorieren, weitergehen.

Am Bustermimal sitzt ein auffällig gutgekleideter Laote (gutes Hemd, neues Handy, auffällige Uhr und Motorrad) und kümmert sich offenbar um Visaformalitäten. Der Mann verdient offensichtlich besser als 99% seiner Landsleute. Und Geld kann man hier nur mit Touristen machen, also mit uns. Er hatte schon einen Stapel Reisepässe der anderen Passagiere vor sich liegen und füllte fleißig Visaanträge aus. "Er erledigt alles an der Grenze" hieß es, also gut. 30$ pro Nase waren weg. Das waren zwar 4 $ mehr pro Person als Visagebühr + Stempelgebühr + Gesundheitsuntersuchung kosten sollten, aber wenn sich einer kümmert, ist doch schön. Irgendwoher muss das Hemd und die Uhr ja kommen.

Dann die erste Konfusion. Statt des erwarteten großen Busses erschienen zwei Minivans. Für 30 Reisende mit jeweils großen Rucksack? Naja, andere Länder,  andere Sitten! Ich schmiss die Rucksäcke in einen der Minivans, während DölLine die Tickets nochmal vorzeigen musste. Irgendetwas schien mit unseren Tickets nicht zu stimmen. Alle saßen abfahrbereit in den Minibussen, nur der Kontrollmeister lief mit unseren Tickets wortlos davon. DölLine hinter ihm her. Am Busterminal wurde dann ein weißer Zettel gegen einen anderen weißen Zettel ausgetauscht,  keine Erklärung. Jetzt sollten wir einsteigen, aber der Minibus war bereits mit den Anwesenden mehr als voll. Wir sollten zum anderen Bus "und unser Gepäck? "Don't worry, an der Grenze werden die Busse getauscht." In der Hektik ließen wir uns zum anderen Minibus dirigieren. Der Minibus mit unseren Rucksäcken fuhr los. Jetzt waren wir von unseren Rucksäcken getrennt, der Kardinalfehler aller Reisenden schlecht hin!

Der andere Minibus war auch voll. Alle mußten wieder raus, die Rucksäcke wurden entladen, notdürftig auf dem Dach befestigt und siehe da, im Minivan wurde eine Notsitzbank runtergeklappt, auf der wir nun Platz hatten. 15 Minuten nach unseren Rucksäcken starteten wir nun Richtung Grenze.  Wir befürchteten das Schlimmste und verabschiedeten uns innerlich von unserem lieb gewonnen Reisegepäck.

Nach einer Stunde holpriger Fahrt kam die Grenze in Sicht. Mit Erleichterung sahen wir wie unsere Rucksäcke gerade im hohen Bogen von der Ladefläche des anderen Minibusses geschmissen wurde. Nix wie hin und nie wieder hergeben! 

Im Entenmarsch marschierten wir mit unserem Gepäck auf die Grenze zu. Der gut gekleidete Meister mit den 30 Pässen voran. Er verschwand im ersten Grenzhäuschen. Der Entenmarsch der Touris endete bei einer jungen Dame mit Mundschutz auf dem Schild neben ihr stand "Quarantäne Station". Mundschutz ist ja in Asien nicht unüblich. Diese Dame hielt in ihrer Hand allerdings eine futuristische Laserpistole, die sich im weiteren Verlauf als kambodschanisches Hightech- Ferndiagnose-Fieberthermometer entpuppte, mit dem sie auf jeden der kurz stoppenden Einreisewilligen zielte. Ich frage mich was passiert wäre wenn das Hightechmonster ein Grad zuviel angezeigt hätte?  Hätte ich dann eine Woche auf dem Stühlchen neben ihr auf der Quarantänestation verbringen müssen, oder hätten 5 Dollar meine unverzügliche Gesundung bewirkt?

Wir wurden zu einem Unterstand dirigiert, wo wir warten sollten. Anderthalb Stunden später erschien der Visameister mit einem Lächeln im Gesicht "Everything okay". Tatsächlich, unsere Pässe erhielten das gewünschte Visa. Dem Mann sei sein Wohlstand gegönnt.

Jetzt konnte es eigentlich weitergehen. Ein Transportmittel war allerdings weit und breit nicht zu entdecken. "Wait here for the bus" war die knappe Anweisung. Nach weiteren 45 Minuten erschien ein klappriger, Großbus. "Aha, jetzt geht es also weiter". Der Fahrer stieg aus, rief den Einsteigewilligen ein knappes "Wait,wait" zu, lief zum Unterstand, legte sich dort in die hängende Hängematte und war in 2 Minuten weggeknackt. Mmmh? Eine Stunde später war der Fahrer soweit wieder hergestellt, dass es nun losgehen konnte.

In der Annahme nun nach Siem Reap durch zu kommen, nahmen wir Platz. Nach 15 Minuten Fahrt kam ein weiterer Ticketmeister, sah sich die Tickets aller Reisenden an, wurde bei unseren stutzig, murmelte etwas von "old road". Auf unser Entgegenhalten "no, no new road" verschwand er wieder. Wir blieben etwas ratlos zurück. Nach 10 Minuten kam er wieder, behauptete unser Ticket wäre für die "old road", damit würden wir für weitere 10 Stunden durch halb Kambodscha gondeln und um 0.30 Uhr in Siem Reap ankommen.  Für 15 Dollar mehr pro Person könnten wir auf die "new road" upgraden und wären dann in 5 Stunden gegen 18 Uhr in Siem Reap. Das sahen wir nicht ein. Er murmelte etwas was sinngemäß bedeutete : "take it, or leave it" und verschwand. Wir ließen es erst mal auf uns zukommen. Nach einer halben Stunde hielt der Bus. Alle sollten aussteigen. "Old road here, new road there" hieß es kurz. Wir stellten uns zur new road. "You not!" Auf unserem wiederholten Hinweis wir hätten den Preis für die New Road bezahlt, die kurze Antwort: " Es wäre ihm egal!" Zwischenzeitlich hatten wir bei den anderen Reisenden festgestellt, dass auf deren Ticket handschriftlich "New road" vermerkt war. Dieser Hinweis fehlte bei uns. Ob dieser Hinweis bei der morgendlichen Einsteige-Tickettausch-Konfusion verloren gegangen war oder niemals da war, können wir bis heute nicht sagen. Der Ticketmeister gab zu verstehen es wären noch 3 Plätze für die new road frei und für 10 Dollar pro Person sollten wir jetzt upgraden oder die halbe Nacht über Kambodschas Landstraßen eiern. Immerhin 5 Dollar billiger als noch vor 30 Minuten. Die Aussicht auf die nächtliche Odyssee war wenig verlockend und so wechselten 20 Dollar den Besitzer und wir durften nun legalerweise bei der New Road Gruppe stehen.

Unsere Hoffnung jetzt schnell und reibungslos nach Siem Reap transportiert zu werden, währte nur kurz. Wir sollten auf eine Fähre über den Mekong warten und am anderen Ufer würden 2 Minibusse warten. Die Fähre entpuppte sich eine halbe Stunde später als rostiger Schrotthaufen. Zunächst mussten wir einen nicht anspringenden SUV von der Fähre schieben, dann fuhr der Rosthaufen beim Ablegen gegen irgendein Hindernis im Wasser. Beim Aufprall hüpften die zwei geparkten Fahrzeuge auf der Fähre einen halben Meter nach vorne und es war mehr Zufall, dass dabei niemand verletzt wurde. Trotz großer Bedenken schaffte es der Rosthaufen dann doch zur anderen Seite. 

Wir wurden mit 13 Leuten plus Fahrer und Gepäck in den Innenraum eines Minivans verfrachtet, der somit das Doppelte seiner erlaubten maximalen Zuladung erreichte. 6 Stunden rappelten wir tatsächlich über eine "neue Straße" und erreichten gegen 20 Uhr Siem Reap.

Fazit: Im öffentlichen Nahverkehr zwischen Laos und Kambodscha gibt es noch leichten Verbesserungsbedarf. :-)

Endlich wieder in Kambodscha, wieder an einem unserer Lieblingsplätze der letzten Monate, in Siem Reap! Wir haben den letzten Tag genutzt um unser maximal zulässiges Fluggewicht durch eine ausgedehnte Shoppingtour wieder herzustellen. Außerdem haben wir im wunderschönen kleinen La Niche d'Angkor Boutique Hotel relaxed.

Erholung von dem Busreiseabenteuer.
Kambodscha ist unser absoluter Favorit in Südost-Asien. Wunderbar freundliche und herzliche Menschen, viel Ursprünglichkeit aber auch genug touristische Infrastruktur um entspannt reisen zu können (außer im Grenzverkehr mit Laos ;-) 

Für uns könnte es für immer so bleiben wie es jetzt ist!

Wird es aber nicht!

An keinem Ort unserer Reise haben wir gedacht: "Schade, wir sind ein paar Jahre zu früh hier". Aber an vielen Orten: "Schade, wir sind zu spät, hier wären wir gerne vor 10 oder 15 Jahren gewesen".

Fast ein halbes Jahr auf Reisen geht zu Ende. Kaum zu glauben, uns kommt es so vor als hätten wir erst vor ein paar Tagen die Türe hinter uns zu gemacht um durch viele neue Türen zu gehen.

Wir sind jetzt weder besonders traurig das die Zeit zu Ende geht, noch sind wir voller Freude über unsere Rückkehr.  Ein Leben nur an einem Platz auf dieser Welt wird es für uns auch in Zukunft nicht geben. Dazu gibt es zuviel zu sehen auf unserer Erde.

Das Reisen der letzten Monate, wie auch unsere Rückkehr nach Deutschland sind somit immer nur eine Momentaufnahme.

Wir werden uns von Zuhause nochmal mit einem Fazit zu den letzten Monaten auf diesem Blog melden. Dazu wollen wir uns aber ein paar Tage Zeit lassen, alles ein bißchen sacken lassen, etwas Abstand gewinnen und eine andere Perspektive einnehmen.

Wir freuen uns jetzt ersteinmal darauf viele von euch bald wieder zu sehen.

Ein letztes Mal daher aus der Ferne,

Viele Grüße
DölLi & DölLine

Kommentare:

  1. Ich freue mich, daß Ihr so viel Neues, Schönes, Abenteuerliches sehen und erleben durftet und ich es mit Euch teilen konnte! Vielen Dank für Deine wunderschönen Bilder und informativen Berichte, so konnte ich doch ein kleines Stückchen Abenteuer miterleben und mich mit Euch freuen! Ich wünsche Euch eine gute Heimreise und freue mich auf das Wiedersehen! Mutti

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  2. ....ich habe deine/eure Erlebnisse genossen...es war echt wunderbar euch so begleiten zu können. ...hihi
    Freu mich das ihr gesund zu hause seit....alles gute
    Simone (simi)

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