Unser Weg - Around the World to find Ourselves !

Unsere Route

Donnerstag, 24. April 2014

Northqueensland - Riff und Regenwald

Obwohl in den letzten Tagen wirklich nicht alles nach Plan lief und wir seit 3 Tagen im Dauerregen unterwegs sind, steht für uns fest - Australien, wir kommen wieder!

Dieses Land ist wirklich ein Abenteuer.

Wir sind von Sydney nach Cairns geflogen. Eigentlich stand hier tauchen im Great Barrier Reef ganz oben auf unserer To Do Liste. Daraus wurde leider nichts und das hatte gleich mehrere Gründe. Eine Woche vor unserer Ankunft ist ein Zyklon hier über die Küste gefegt, die damit verbundenen extremen Regenfälle haben natürlich viele Sedimente ins Meer gespült, sodass nahe an der Küste nicht mit der besten Sicht zu rechnen war. Man hätte also an das äußere Riff fahren müssen. Das ist zwar möglich aber über die Osterfeiertage machen auch viele Australier Urlaub und so waren die Touren, als wir am Karfreitag ankamen, bereits alle fully booked. Das war natürlich erst mal enttäuschend,  allerdings fanden wir es dann im Nachhinein nicht mehr schlimm, da wir beide den Tauchtourismusrummel um das Great Barier Reef eher abschreckend fanden. Die Preise für die Bootstouren zum Schnorcheln oder Tauchen sind happig, dann gehts auf recht großen Booten mit 50 oder mehr Anderen raus ans Riff, meistens auf künstliche Plattformen, auf denen man sogar was essen kann und dann mit der ganzen Meute ins Wasser. Ne, nicht unser Ding, da finden wir doch so ein Hausriff vorm eigenen kleinen Hotelstrand, wie auf Fiji, wo man jeder Zeit ganz für sich alleine das Riff genießen kann, hundertmal schöner.

Bucht von Cairns
Da wir aber ein Hotel für 3 Nächte in Cairns hatten, mussten wir ja irgendwas mit der Zeit anfangen. Auf einem Boot waren noch Plätze frei um einen Tag auf Green Island zu verbringen. Eine vorgelagerte Insel, die zwar nicht von besonders schönem Riff umgeben ist, auf der man aber trotzdem schön schnorcheln kann. Wir hatten keine besondere Erwartungen, aber wie es so ist, wenn man nichts erwartet passieren die dollsten Dinge und Australien hat uns hier zum erstem mal mit seiner Tierwelt bezaubert.

Ich ziehe Taucherbrille und Flossen an uns schnorchel ein bißchen raus, als ich plötzlich direkt vor mir eine wunderschöne Karettschildkröte sehe. Panzerlänge bestimmt 1,20m. Normalerweise nehmen die Schildkröten schnell reis aus, wenn man das Glück hat eine zu sehen. Diese nicht. In aller Ruhe ließ sie sich das Seegras schmecken. Ich ruderte hecktisch mit den Armen in der Luft um DölLine klar zu machen, dass es hier was zu sehen gibt und Sie auch ins Wasser kommen soll. DölLine winkt schön vom Strand zurück ... Oh Mann! Nach 5 Minuten muss Ihr dann klar geworden sein, dass ich nicht aus lauter Sehnsucht ständig mit den Armen rumfuchtel und Sie kommt endlich zum Schnorcheln und mit der Unterwasserkamera ins Wasser. So konnten wir beide noch eine halbe Stunde mit diesem wunderschönen Tier über die Seegraswiesen ziehen und tolle Fotos machen.







Am nächsten Tag sind wir mit dem Bus nach Kuranda gefahren, ein kleines Dorf im Regenwald nicht weit von Cairns. Hier mischt sich alles recht bunt. Ehemals ein Aussteigerdorf für Hippies, lebt der Ort heute von den Touristen und die Althippies leben nicht schlecht von den Touristendollars. Man kann aber schön über Handwerksmärkte bummeln und lecker essen.

Und immer diese Tiere, die schon in Städten so präsent sind. Mitten in Cairns finden sich jeden Tag hunderte Flughunde ein um in einem Baum mitten in der Stadt den Tag zu verbringen und am Abend dann gemeinsam zur Futtersuche loszufliegen. Ein schönes Schauspiel.

Flughunde in Cairns

Wir hatten uns bereits in Sydney entschieden im Anschluss an Cairns für ein paar Tage ein Auto zu mieten, um den nahen Regenwald und das Outback ein wenig zu erkunden. Per Internet hatten wir dazu kurz vor Ostern einen 4WD gebucht. Als wir zur Übernahme zur Mietwagenfirma kamen ... die böse Überraschung: unsere Buchung war nicht im System! Was tun? Der einzig verfügbare Wagen war ein Hyundai Accent. Mit einem Mittelklasse Koreaner durchs australische Outback? Nicht ganz stilecht, aber was blieb uns anderes übrig. Allerdings, mussten wir uns von der Idee verschieden nördlich von Cape Tribulation mit dem Bloomfield Track, einer der berühmt-berüchtigten australischen Offroadstrecken zu fahren.

Also rein in den Hyundai und Richtung Norden an der Küste entlang. Northqueensland bietet die einmalige Kombination, dass hier an der Küste ursprünglicher Regenwald direkt bis an die Strände reicht, die wiederum vom Great Barrier Reef gesäumt werden. Uns wurde schnell klar, dass in Australien Regenwald auch wirklich Regenwald heißt. Zum Einen fing es an zu regnen und zum Anderen ist dieser Wald wirklich absolut wild, voller Tierstimmen und undurchdringlich. Wir überquerten den Daintree River, indem es vor Krokodilen wimmeln soll (wir haben allerdings keins gesehen) mit einer kleinen Fähre. Da der zunehmende Regen Wasser und Erde auf die Straße spülte und wir unserem Hyundai im Dumkeln nicht zuviel zumuten wollten, suchten wir nach einer Unterkunft und fanden diese im zauberhaften Rainforest Retreat, einer kleinen Eco-Lodge direkt im Regenwald. Als wir im Zimmer das Büchlein mit den Gästehinweisen aufschlugen, wurde uns schnell klar worin die Faszination Australiens liegt. Die Gäste wurden darin mit ein paar Verhaltenshinweisen versorgt und darüber informiert auf welche Tiere sie auf dem Grundstück der Lodge treffen könnten. Unter anderem der australische Taipan, eine der größten und giftigsten Giftschlangen der Welt, bis zu 7 Meter lange Pythons und mit besonders viel Glück Cassowarries, also Helmkasuare. Zu den großen Urwaldlaufvögeln gab es besondere Verhaltenshinweise: Sollte man das Glück haben auf ein Solchen zu treffen, ruhig stehenbleiben, sich möglichst groß machen und nicht bewegen. Touristen, die sich nicht daran hielten,  wurden von den Vögeln mit Tritten,  Schnabelhieben und Kopfnüssen schon übel zugerichtet. Wie aufregend! Ab diesem Zeitpunkt war es unser großes Ziel einen solchen Vogel in der freien Wildbahn vor die Kamera zu bekommen. Allerdings wurden die Chancen nicht hoch eingeschätzt, da die Tiere leider sehr selten geworden sind. Aber was soll ich Euch sagen: Am nächsten Morgen sitzen wir beim Frühstück und was tritt da aus dem Wald? Zwei Cassowarries!

Wunderschöne Helmkasuare

Den Rest des Tages verbrachten wir an den Stränden am Cape Trib und hofften darauf Salzwasserkrokodile zu Gesicht zu bekommen. Hier hatten wir leider Pech. Keiner der Urzeitriesen ließ sich sehen. Allerdings zeugten die überall aufgestellten Warnschilder davon, dass die Gefahr allgegenwärtig ist. Wie schön!

Immerhin man hat die Wahl: vom Krokodil gefressen ...
Oder von Quallen dahingenesselt zu werden.
Dafür gab es andere gruselige Kreaturen im Wald.

Peppermint Spray Insect, ca. 15cm

Oder diese Schöne mit ca. 12cm

Aber auch Schönes.


Am nächsten Tag wollten wir ein wenig Outbackluft schnuppern, verließen den Regenwald und fuhren den Highway Richtung Norden auf die York Peninsula. Endlich wieder weites, wildes
Land wie in Südamerika. Wir fuhren 400 Kilometer durch australisches Buschland. Rechts und links in den Bäumen Kakadus, Loris und andere Vögel. Wir hielten aber Ausschau nach typischen Australiern, wie Koalas oder Kängurus. Die ließen aber auf sich warten. Am Abend als wir die Hoffnung schon fast aufgegeben hatten dann plötzlich doch noch der Erfolg. Auf einem Hügel neben der Straße standen sie, eine Gruppe Kängurus.



Heute am letzten Tag begann es schon morgens zu schütten. Wir fuhren durch die Atherton Tablelands und waren auch hier begeistert, dass es zwischen den einzelnen Orten immer wieder urige Nationalparkwälder gibt, in denen einem Alles passieren kann, wo man besser aufpasst wohin man tritt, wo einem aber auch hinter der nächsten Ecke wunderschöne Erlebnisse erwarten können. Von einem solchen wollen wir zum Schluß erzählen: Wir halten im Regen an einem der zahlreichen Urwaldflüsse, laufen zum Ufer und sehen plotzlich eine Bewegung im Wasser. Ich konnte es erst nicht glauben, was da vor uns im Wasser schwamm war ein Platypus oder auch Schnabeltier. Eigentlich nachtaktiv, hatte es sich nur wegen des trüben Wetters tagsüber herausgewagt und so konnten wir ihn bestaunen, diesen vom Aussterben bedrohten Uraustralier. Unvergesslich!

Kaum zu glauben, ein Schnabeltier. 

Hier haben wir es gefunden



Wer Natur, Tiere und Abenteuer liebt,  für den ist Australien die Erfüllung seiner Träume.  Dieses Land hat uns nicht zum letzten Mal gesehen. Wir werden zurückkommen,  um dann mit dem Geländewagen wochenlang im Outback umherzustreifen.


Aber jetzt geht es Morgen erst mal nach Malaysia.

Gruß DölLi & DölLine

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen