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Unsere Route

Freitag, 14. März 2014

Kreuz und queer über die Nordinsel

Die letzten Tage haben wir damit verbracht kreuz und queer über die Nordinsel zu fahren. Das Ganze ist wenig aufregend.

Uns wird bewusst, warum Neuseeland der Reisetraum so vieler Deutscher ist: Macht sich gut bei den Nachbarn, weil weit weg und teuer, klingt exotisch, ist es aber nicht. Alles geregelt, geordneter Verkehr und vor allem schön sicher, man sieht kein Müll und keine Armut und mit ein paar Brocken Schulenglisch kommt man gut durch. Zielgruppe sind deswegen vor allem auch rüstige Rentner und junge Besserverdienerfamilien mit ein bis zwei Kindern im noch nicht schulpflichtigen Alter. Man trifft sich Abends im Camperpark, wo die Kinderchen auf dem Spielplatz toben, während die Papis zusammen ein Fläschchen Bier trinken und die Mamis in der bestens ausgestatteten Gemeinschaftsküche das Essen vorbereiten. Man fährt durch eine Landschaft wie Rhön und Vogelsberg und es gibt keine Gefahren und schon gar keine gefährlichen Tiere, die beissen oder stechen könnten.

Uns dämmert so langsam, dass wir lieber durchs australische Outback hätten ziehen sollen.

Die Langeweile wird nur an den Küsten unterbrochen, oder weil die Landschaft dann eben doch ab und zu zeigt, dass die Insel ursprünglich mal wild und schön war und unter der Erdoberfläche brodelt es noch.

So sind wir zunächst nach Waitomo gefahren. Bekannt ist der Ort für seine Glühwürmchenhöhle, und diese ist wirklich ein Ereignis. Tief unter der Erde gleitet man in einem Boot über einen unterirdischen Fluss und über einem leuchten Millionen kleine Lichter, die sich unten im Wasser spiegeln. So fühlt man sich wie im Weltall, umgeben von Sternen. Das es sich bei den Glühwürmchen eigentlich um kannibalistische Larven einer Mücke handelt, deren Ausscheidungen eine Bioluminiszenz erzeugen, muss man sich ja nicht ins Gedächnis rufen ;-))
Jeder Versuch dies auf ein Bild zu bannen muss scheitern. Hier trotzdem ein Versuch.

Glühwürmchenhöhle in Waitomo
Am nächsten Tag haben wir die verschiedenen Höhleneingänge noch bei einer Wanderung durch den Wald betrachtet. Ìrgendwie gruselig wenn die Flüsschen so im schwarzen Nichts verschwinden.
Durch die Schlucht im Wald
bis der Fluß hier im dunklen Nichts verschwindet.
Weiter ging es nach Rotorua, der Maori-Hauptstadt des Landes. Hier brodelt die ganze Erde und überall steigen Schwefelgase in die Luft. Es riecht also nach faulen Eiern. Für die Maori ist diese Erde heilig.  Wir haben ein Maoridorf besucht und dort unter Anderem den Haka, den maorischen Kriegstanz bestaunt, wie ihn auch die All Blacks vor ihren Rugbyspielen aufführen.

Geysir im Maoridorf
Er tanzt den Haka
Die Erde brodelt im Wai-O-Tapu Park
Eisenoxid bringt die rote Farbe
und Schwefelsulfate die gelbe Farbe
und überall stinkt es nach faulen Eiern.
Nächstes Ziel war das berühmte Tongariro Crossing. Endlich mal wieder anstrengen, 20km und 1000 Höhenmeter durch faszinierende Vulkanlandschaften.

Da gehts lang auf dem Tongariro Crossing
Aufstieg geschafft!
zum Beweis: Diesmal bin ich mit oben!
Vor dem Vulkan Ngauruhoe
DölLine checked schon mal wo es noch lang geht.
Gipfelsturm geschafft.
Gestern haben wir noch dem Vulkankegel des Mt. Taranaki einen Besuch abgestattet.

Auf dem Weg zum 2500m hohen Vulkan Taranaki. Hier wurde übrigens " Last Samurai" gedreht.
Alle Langeweile der Fahrt ist vergessen, wenn man Abends an die Küste fährt.

Kai Iwi Beach
Wir haben jetzt noch 3 Tage auf der Nordinsel und nehmen dann die Fähre von Wellington aus um die Südinsel zu entdecken. Ein bißchen Hoffnung haben wir, dass sich die Südinsel insgesamt wilder präsentiert, wir werden sehen.

Viele Grüße

DölLi & DölLine

P.S. Ja Thomas, die Karre fährt noch. Wir nennen sie inzwischen Dixi, denn das Fahren lässt sich wohl am besten damit vergleichen, wenn man einem mobilen Scheisshäuschen Räder untergeschnallt hat. Wir beten jeden Morgen Dixi möge den Tag überstehen. Bis jetzt hat sie sich dran gehalten. Bitte noch ca. 2500 km! :-)

Kommentare:

  1. Hallo Ihr Reisenden,
    wir lesen immer eure Berichte um unser Fernweh etwas zu stillen! Danke dafür!
    Das mit eurem Camper ist wirklich unglaublich. Ich hoffe die Karre hält noch durch - ärgerlich ist es allemal.
    Uns hat in vielen Dingen leider schon wieder der Alltag eingeholt, aber wir versuchen uns noch das Freiheitsgefühl abzurufen :).
    Wir wünschen Euch noch eine tolle Zeit.
    Liebe Grüsse
    Tanja & Armin

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    1. Danke euch beiden. Haben hier in NZL oft gedacht wie schön es wäre mit einem Fahrzeug wie eurem Mitsubishi hier rumzufahren und nicht mit Dixi ;-) Träumt schön weiter vom reisen. Wen der Virus einmal hat, der wird es bestimmt wieder tun. LG Sonja & Stefan

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  2. Hallo ihr Beiden, sorry - haben einige Zeit nichts mehr von uns hören lassen. Im Moment kommt bei uns neben dem täglichen Wahnsinn auch noch eine Renovierung on top. Es sieht aus, als wären wir gerade eingezogen....

    Dölli: Nachdem du ja beim Haka sehr aufmerksam aufgepasst hast, freue ich mich bei Eurer Rückkehr auf deine Aufführung im Original-Outfit ! :-)) Wir hoffen auch sehr, dass Euer mobiles Klo durchhält. Immerhin wirkt ihr nach wie vor sehr glücklich auf den Bildern. Weiter so !

    LG Jeanette, Timo und Ableger

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