Unser Weg - Around the World to find Ourselves !

Unsere Route

Freitag, 28. März 2014

Erstens, weil wir es können. Und zweitens, weil wir nicht anders können!

Unser Kajaktrip durch den Doubtful Sound gab Gelegenheit zu einer wunderbaren Sozialstudie, die am Ende zu der Beantwortung der Frage führte, warum wir Deutschen in Europa den Karren für alle anderen aus dem Dreck ziehen müssen.

Und hier der Weg zur Erkenntnis:

Unsere Tour bestand aus 8 Paddlern. 5 Deutschen, 2 Franzosen und einem Engländer. Die neuseeländische Tourguide mal außen vor gelassen. Eine solche Kajaktour in dem abgelegenen Daubtful Sound erfordert allerlei Logistik und jede Menge zupackende Hilfe der Tourteilnehmer.

4 schwere Doppelkajaks und ein Einzelkajak müssen zu Beginn ans Wasser getragen werden, dazu die ganze schwere Gemeinschaftsausrüstung für 2 Tage, also Zelte, Lebensmittel, Kochutensilien, Funkgerät, Kajakausrüstung für alle Teilnehmer usw. Am Ende des ersten Tages müssen die jetzt voll beladenen Kajaks vom Wasser zum Lagerplatz getragen werden, Zelte aufgebaut werden. Am nächsten Morgen die ganze Fuhre wieder ins Wasser und am Ende der Tour alles wieder Retour.

Jetzt die durchgehend für die gesamte Tour geltende Feststellung:

Es gibt schwere Arbeit für die Gemeinschaft zu tun...

Der Deutsche packt an, erledigt sie zügig, richtig und vollständig und ist erst zufrieden, wenn die Arbeit vollständig abgeschlossen ist.

Der Engländer beweist am Anfang kurz, dass er es könnte, entscheidet dann, dass diese Arbeit für die Upperclass nix ist und findet unauffällig eine andere Beschäftigung. Dabei glaubt er, er wäre schlau genug, dass es den anderen nicht auffällt und nur seine anfängliche Präsenz in Erinnerung bleibt.

Die Franzosen erscheinen erst, wenn die Arbeit erledigt ist. Falls sie sich verrechnet haben und noch ein wenig Arbeit übrig ist, beteiligen sie sich unwillig aber freundlich an der Erledigung, brauchen aber doppelt so lange.

Der Deutsche durchschaut alle anderen, aber Engländern oder Franzosen zu zusehen, wie diese die Arbeit anders oder langsamer machen wie er selbst, ist ihm noch unerträglicher, als es gleich selbst richtig zu machen. Außerdem gibt ihm erledigte Arbeit ein gutes Gefühl.

Warum müssen wir Deutschen also für alle anderen den Karren aus dem Dreck ziehen:

Erstens, weil wir es können. Und zweitens, weil wir nicht anders können!

Gruß DölLi

1 Kommentar:

  1. Dölli-du sprichst mir aus der Seele ! Bravo !:-)) Gruß TW

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