Unser Weg - Around the World to find Ourselves !

Unsere Route

Freitag, 14. Februar 2014

Von Abenteuern an der Magellanstraße

Von den Türmen von Paine haben wir uns nach 4 Tagen verabschiedet und sind weiter Richtung Süden. Man fährt durch eine Provinz, die den Namen Ultima Esperanza trägt. "Letzte Hoffnung" also, ein Name der zeigt, dass die ersten Siedler vor 150 Jahren hart zu kämpfen hatten, in dieser rauhen Natur.
Als ein großer schwarzer Schatten nur wenige Meter über den Auto die Straße überquerte, war sofort klar, dass hier etwas vor sich ging. Das konne nur ein Kondor gewesen sein, und die fliegen nicht ohne Grund so tief. Also anhalten, ein Stück zurück laufen und dann sah man es auch, ein totes Guanako hatte bereits die Aufmerksamkeit mehrerer Kondore und einer ganzer Reihe von anderen Raubvögeln auf sich gezogen.
Jetzt hatte ich endlich Gelgenheit mal ein paar Fotos von diesen Giganten zu machen, die bisher immer nur als schwarze Silhouetten über unseren Köpfen geschwebt waren.

Kondore bei der Arbeit. Zum Vergleich dienen die abderen etwa bussardgroßen Raubvögel
Weiter ging es immer der Ruta Fin del Mundo, der "Straße zum Ende der Welt" folgend, in die Provinz Magallanes. Erster Stop: Seno Otway. Und da sahen wir sie dann zum ersten Mal, Magellanpinguine. Die Kollonie von ca. 6000 Tieren hat sich hier ein schönes Plätzchen gesucht und es sieht sehr lustig aus, wenn sich die Kerlchen auf den Weg machen von ihren Bruthöhlen, durch die blühenden Büsche zum Meer.

Da kommt der erste.
und da die nächsten beiden
paarweise wird marschiert
zur Party am Strand. 
Ziel an diesem Tag war aber Punta Arenas, die einzige große Stadt, Zentrum für ganz Patagonien, direkt an der Magellanstraße.  Hier hatten wir von zu Hause die einzige Unterkunft für 4 Tage vorgebucht. Und es kam wie es kommen musste. Rein in die Hospendaje, umgeschaut, Nase gerümpft, kehrt auf dem Absatz gemacht, der Besitzerin klar gemacht, dass wir dort nicht schlafen werden, eine Nacht Ablöse für die Reservierung gezahlt und uns in der Hochsaison auf die Suche nach einer Unterkunft gemacht. Eine Stunde und 5 vergebliche Versuche später war das Hostel Patagonia gefunden. Klasse! Fazit: vorbuchen ist Quatsch, vor Ort lässt sich immer was hübsches finden, was einem dann auch gefällt.

Hostal Patagonia,  nette Unterkunft in Punta Arenas
Am nächsten Tag ging es mit Solo Expeditiones bereits um 6.50 Uhr mit einem Boot über die Magellanstraße. Zielwar die Isla Magdalena. 60.000 Pinguine und fast genau so viele Möwen, eine ganze Insel voller Seevögel, ein wahnsinniger Anblick und fantastische Geräuschkulisse.
Eine ganze Insel voller Pinguine
Unser Boot 
Vorfahrt für Pinguine
Unter Frackträgern
Aufmarsch
Hier wird gebrütet
Eh... warum gucken alle immer nur auf die Pinguine? 
Nur einem schien der Rummel egal. Der Kleine träumte lieber davon einmal zum Regenbogen fliegen zu können.

und Jimmy ging zum Regenbogen.
Leider mussten im Anschluss die Seelöwen ausfallen, weil die Magellanstraße sich von ihrer rauhen Seite zeigte und schon die Rückfahrt abenteuerlich genug wurde.

Abends sind wir dann am Hafen in Punta Arenas entlang. Dort liegen die Schiffe am Anker, die demnächst als Forschungsreise oder mit Touristen an Bord in die Antarktis aufbrechen. Für uns leider zu teuer.
Fertig für die Antarktis.
Auf alten Landungsstegen im Hafen haben sich hunderte Komorane ihren Standort zum Ausruhen gesucht.

Kormorane auf dem alten Landungssteg
Der nächste Morgen brachte uns auf die Idee von Punta Arenas aus den südlichsten Punkt des südamerikanischen Festlandes anzusteuern. Zunächst noch Haziendas links und rechts der Straße. Hier standen sie. Ihre wilden Verwandten, die Guanakos, hatten wir schon gezeigt. Wenn der Mensch von Ihnen Wolle haben will, sieht die domestizierte Verwandschaft so aus:
Alpakas. Die Frisurenmode ist vielleicht eine Anregung an die Friseure unter euch ;-).

Süüüß!
Frisurchampion
Jetzt aber weiter zu unserem Versuch den südlichsten Punkt des Festlandes zu erreichen.  Allerdings war dort auf der Karte keine Straße eingezeichet, aber ab dem Fort Bulnes ging doch ein Fahrweg weiter nach Süden am Ufer der Magellanstraße entlang ? Also haben wir es versucht. Erst noch ein paar einzelne Höfe, dann nichts mehr und bald wußten wir auch, warum diese "Straße" in der Karte nicht eingezeichmet war. Die wassergefüllten Löcher und Gräben wurden immer größer und tiefer. Die ersten 20 haben wir noch gemeistert, dann kam ein besonders tiefer Graben, der nicht zu durchfahren war. Also dachte ich, den umfahren wir am Strand. Hätte ich mir den Strand mal besser angeschaut. Unter einer Schicht mit recht groben Kieseln kam der Sand und nach ein paar Metern hatten wir keinen Grip mehr und rutschten mit jeder Bewegung weiter Richtung Wasser. Wir sahen unser Auto mit der kommenden Flut schon in die Magellanstraße abtauchen. Wäre sicher lustig geworden mit dem Vermieter. Eine Magellanstraße gibt es nämlich auch in Punta Arenas.
"Ihr Auto steht in der Magellanstraße" . " vor welcher Hausnummer?" "Nein, nein in der richtigen Magellanstraße" :-)).

Ort der falschen Entscheidung
Soweit sollte dann aber doch nicht kommen. 30 min aufreibende feinste Offroad Praxis und dutzende "Freundlichkeiten" meiner Frau über meine Entscheidung den Strand zu befahren später und wir hatten uns cm für cm wieder auf den Weg gebracht. Puuh, das war Glück.

DölLine besteht darauf, dass an dieser Stelle auch ihre professionelle Hilfe bei der Navigation aus dem Sand angemessen gewürdigt wird. Ich bedanke mich daher an dieser Stelle ganz offiziell. Ohne dich, mein Schatz, hätten wir es nicht geschafft!

Die Stimmung an der Magellanstraße will ich mit den nachfolgenden Bildern versuchen wieder zu geben. Ich habe diese mal mit einem HDR-Effekt ein wenig bearbeitet, weil ich finde, dass so die Stimmung besonders gut rauskommt.





Heute haben wir noch dem Pali Aike Nationalpark einen Besuch gemacht. Man wandert dort über Lavafelder zu zwei kleinen Vulkankratern. Außer uns nur Guanakos, Nandus und diese kleinen Leguane vor Ort.

Leguan im Lavafeld
DölLine verschafft sich Überblick
Krater erreicht.
Weiter geht es jetzt nach Tierra del Fuego, die Insel Feuerland, das Tor zur Antarktis.

Grüße DölLi & DölLine

Kommentare:

  1. Einfach nur toll! LG Laysa

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  2. Hallo Ihr Zwei,
    vielen Dank für eure Nachricht.
    Wir haben schon 2 Mal versucht, mit unseren Handys, einen Post abzusetzten - hat aber leider nicht funktioniert. Heute versuchen wir es mal vom Laptop aus, hoffentlich mit Erfolg!
    Ihr habt wirklich tolle Bilder - es macht Spass diese anzuschauen und eure Berichte zu lesen. Die Pinguine in Seno Otway waren bei unserem Besuch wohl gerade auf einer anderen Insel zum Feiern und die 66 Exemplare die wir gesehen hatten, waren wohl nicht eingeladen ;).
    Wir waren jetzt 3 Tage auf dem Schiff und sind heute in Puerto Montt angekommen. Wir hatten tolles Wetter und gestern sahen wir Blauwale. Das war ein tolles Erlebnis.
    Wir bleiben noch eine Nacht auf dem Campinplatz nahe Puerto Varas und morgen heiss es dann Fahrt aufnehmen Richtung Santiago de Chile. Gerade sind wir echt etwas schwermütig...
    Wir wünschen Euch noch ganz tolle Erlebnisse. Wir werden eure Tour verfolgen ;).
    Liebe Grüsse
    Tanja & Armin

    PS: Das Puma Bild ist einfach klasse!

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