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Unsere Route

Donnerstag, 20. Februar 2014

Feuerland-Blues

Die letzten Tage waren die bisher ruhigsten unserer Reise. Durch unseren verkürzten Ushuaia Aufenthalt haben wir jetzt plötzlich ein paar Tage übrig bevor wir wieder in Punta Arenas sein müssen um das Auto abzugeben und den Flieger nach Santiago zu besteigen.

Es passiert also nicht viel worüber ich berichten könnte. Wir lassen Feuerland einfach ein bißchen auf uns wirken.

Von Porvenir aus fahren wir ziellos durch die weite Landschaft. Unterbrochen wird die Fahrt über die Schotterpisten nur, wenn am Horizont ein einsames Männchen mit einer grün-roten Kelle in der Hand auftaucht.  Der Ärmste hat einen harten Job. Er ist der Vorposten einer Baustelle zur Straßenreparatur. Diese Baustellen sind zwischen ein paar hundert Metern und mehreren Kilometern lang und an beiden Seiten steht jeweils eines dieser zu bedauernden Geschöpfe mit der Kelle und einem Funkgerät. Da steht er nun den lieben langen Tag im patagonischen Wind und versucht sich gegen diesen mit den eigenartigsten self-made Kopfbeckungen zu schützen. Die einzige Abwechslung für Ihn sind die wenigen Fahrzeuge. Kommt eines, so wird die rote Kelle gezeigt. Für uns heißt es dann, Motor aus und Zigarette an, denn jetzt kann es dauern. Das Männchen greift zum Funkgerät und fragt bei seinem Leidensgenossen am anderen Ende der Baustelle nach, ob und wann denn, ein Fahrzeug in die Baustelle eingefahren ist. Die Kelle bleibt rot. Nach langen Minuten, die Zigarette ist längst aus, nähert sich eine Staubwolke vom Horizont. Aus dieser löst sich irgendwann ein einzelnes, vielleicht sogar zwei Fahrzeuge und diese rumpeln dann irgendwann, zuerst am Männchen und dann am eigenen Fahrzeug vorbei. Jetzt kommt der große Auftritt des Männchen: Er hebt die Kelle und dreht diese von rot auf grün! Auf dieses Zeichen heißt es Motor anlassen, Gang einlegen und los gehts. Ein kurzer Wink zum Dank an die Adresse des Männchen, was dieser erfreut erwidert. Dann erzeugt man seine eigene Staubwolke und schiebt sich mit dieser gemeinsam über die holprige Piste, bis man es irgenwann erkennt, dass zweite Männchen am anderen Ende der Baustelle. Hand zum Gruß und man ist durch. Das Männchen aber, dass steht dort vielleicht noch 8 Stunden und mit ihm nur ... der patagonische Wind.

Man, ich glaub ich hab den Feuerland-Blues.

Gruß DölLi

Feuerland-Piste, kein Männchen in Sicht.
Letzte Ruhe
Weite
Weite mit Vogelzug
Schwäne in der Weite
Magellangänse
Und noch welche
davon hätte ER gern eine!

Kommentare:

  1. Hallo, Weltenbummler...
    schoene Photos und Geschichten. Uebrigens sind die weissen Voegel keine Schwaene, sondern auch Gaense.
    Thomas

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    1. Hallo Thomas, schön das Du vorbei schaust und es dir gefällt. Nur bei deinen "Gänsen" handelt es sich um Coscorobaschwäne ;-). Zur Beruhigung: musste ich auch nachschlagen :-))

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