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Unsere Route

Samstag, 1. Februar 2014

durch das große Nichts

... oder, warum man sich plötzlich darüber freut ein Auto zu sehen.

In den letzten Tagen haben wir ein paar Landschaften durchquert, die ein ganz neues Verhältnis zu Raum und Zeit aufkommen lassen.

Los ging es damit, dass wir um an die argentinische Grenze zu kommen den bereits mehrfach angesprochenen Lago General der Länge nach, an seinem südlichen Ufer entlang gefahren sind. Man wie groß kann ein See eigentlich sein? Die Straßen an seinem Ufer entlang sind nur Schotterpisten, sodass man nicht schneller fahren kann als ca. 50 km/h, dazu geht es oft steil bergab und man muss schon ein bißchen aufpassen. Also fährt man und fährt, und nach 2 Tagen des Fahrens schaut man nach rechts und der gleiche See ist immer noch da! Patagonien hat die größten Süsswasservorkommen der Welt, jetzt glaube ich es.
Da in Zukunft Wasser ja mal ein wertvoller Rohstoff werden wird, haben sich ausländische Konzerne schon umfangreich eingekauft .... wääh, Ekel erregend ! Also - diese Gier auf Profit meine ich natürlich.

Gelandet sind wir zunächst in Nationalpark Jeimeneni, direkt an der Grenze zu Argentinien. "Wenig besucht", sei dieser, hatte ich gelesen. Als uns auf der Fahrt dort hin 2,5 Stunden kein Auto begegnete, wussten wir dann auch, was "wenig besucht" heisst. Auf jeden Fall war der gute Mann von Guarda Parque so erfeut uns zu sehen, dass er uns überschwenglich mit Küsschen begrüsste und uns voller Begeisterung über die Wanderrouten im Park informierte. Wir waren erst die zweiten Gäste, die sich an diesem Tag hierher gewagt hatten. Der Park ist der Übergang zur argentinischen Steppe und die Landschaft wird schon deutlich weitläufiger und trockener.
Bei den Wegen im Park konnte unser Pick-up mal zeigen, welche Off-Road Fähigkeiten wirklich in ihm stecken. Fazit: ist eben kein Defender ;-)

Diesen Fluss hab ich ihm dann nicht mehr zugetraut.

Unterwegs im Jeimeneni

Pick- Up Offroad

Das haben wir uns dann nicht mehr getraut.

Ansonsten haben wir hier vor allem versucht Flamingos vor die Linse zu bekommen. Ich muss es leider nochmal sagen... Ich vermisse mein 400er Tele! Ich zeige euch also mal im Panorama in welcher Kulisse diese Vögel hier stehen. Der Kleine in der Mitte bin ich, der sich versucht an die noch kleineren Weißen im Hintergrund ranzuschleichen. Das nahste was drin war seht ihr unten, dann drehten sich die lieben Vögelchen, zeigten mir ihr Hinterteil und wateten gemütlich in die Mitte des Sees.

Flamingopirsch

Da sind sie

Der Flug des Flamingo
Und dann kam es, das große Nichts. Wir überqueerten die Grenze nach Argentinien, was eigentlich ganz gut klappte, bis auf die Tatsache, dass sich die Dame der Grenzbehörde nach 30 min anstehen wunderte, dass wir von Chile nach Chile einreisen wollten ... falscher Schalter ! Einreise statt Ausreise, also nochmal 30 min.

Und dann ging es los. Ehrlich, wer es nicht gesehen hat, der kann es nicht nachempfinden. Wir hätten nicht geglaubt, dass es so viel Platz auf dieser Erde gibt - die argentinische Pampa.


Für zwei Tage folgten wir der legendären Routa 40 nach Süden. Die Punkte auf der Landkarte, die wir für Ortschaften hielten, sind nur Haziendas, also einzelne Gutshöfe, deren Gebäude man von der Straße meist nicht sieht und die jeweils ebenfalls mehr als 100 km von einander entfernt sind. Man fährt durch ein Meer von Büschelgras auf einer schnurgeraden Straße,  teils Schotter, teils geteert dem Horizont entgegen und wenn man den Punkt erreicht hat, der vor einer Stunde noch Horizont war, dann gibt es einen neuen Horizont und bis zu diesem ist wieder ... Nichts.

Bis zum Horizont...

... und weiter !
Die ersten Stunden haben wir uns über die Tiere am Rand der Straße gefreut, später dann ... über ein entgegenkommendes Auto, denn das ist ein viel seltenerer Anblick als die Guanakos, Nandus und Gürteltiere am Rand!
Gürteltier am Straßenrand

Nandufamilie - Ausflug auf der Routa 40

Allez Hopp - Guanakos bewegen sich über die Haziendazäune hinweg
Mitten in der Pampa haben wir dann einen Halt gemacht um die Cuevas de las Manos zu besichtigen, Höhlen an deren Wände vor ein paar tausend Jahren umher ziehende Jäger ihre Handabdrücke und Zeichnungen hinterlassen haben. Leider eigentlich keinen Halt mehr wert, da man hier gezwungen war, die Höhlenwände hinter Gitter zu verstecken, weil Idioten der Neuzeit sich veranlasst sahen, ohne diese Gitter die Höhlenwände mit ihrem Gekritzel weiter zu verzieren. Also kein magischer Ort mehr, schade.

Cuevas de las manos
Nach eineinhalb Tagen durch das Nichts, was man entweder wie Mediation oder aber bedrückend empfinden kann, taucht es plötzlich am Horizont auf ... das Fitz Roy Massiv erhebt sich über 3400 Meter hoch aus der Pampa, ein majestetischer Anblick.

Eure Majestät,  der Mount Fitz Roy
Wir haben es also erreicht, das Trekking-Mekka El Chalten. Hier haben wir uns, um Sonjas Geburtstag auch ordentlich feiern zu können, im besten Hotel für 3 Tage eingenistet und werden von hier aus dass Fitz Roy Massiv und die Gletscherseen erkunden. Davon berichten wir dann in ein paar Tagen.

Viele Grüße

DölLi & DölLine

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