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Unsere Route

Dienstag, 21. Januar 2014

Nordpatagonien - von Hornopiren bis Coyhaique

So, da sind wir nach 5 Tagen mal wieder online und wissen gar nicht wo wir anfangen sollen zu erzählen.  Am besten der Reihe nach.

Als wir uns vor 5 Tagen das letzte mal gemeldet hatten, waren wir gerade in Hornopiren angekommen. Abends sind wir dort nochmal am Ufer des Fjord entlang. Es war Ebbe und weite Teile des Fjord lagen trocken. Es waren viele Wasservögel unterwegs und die Boote lagen auf Grund. Eine schöne Stimmung.

Am Fjord von Hornopiren
Am nächsten Morgen ging dann unsere Fähre. Der gesamte Verkehr nach Süden muss über diese Fähre, denn es gibt keine Straßenverbindung durch den Pumalin Park. Die Überfahrt dauert ca. 3 Stunden und geht durch eine traumhafte Fjordlandschaft. Vom Schiff aus haben wir die ersten Seelöwen, Delfine und Pinguine gesehen, die ich so weit im Norden noch gar nicht erwartet hatte.

Unsere Fähre

Überfahrt von Hornopiren nach Caleta Gonzalo
Angekommen sind wir dann in Caleta Gonzalo, dem Tor zum Pumalin Park. Der Park gehört dem Amerikaner Douglas Thompkins, der mit dem Verkauf der Firmen Esprit und Northface viel Geld gemacht hat und mit diesem hier ein einzigartiges Naturparadies geschaffen hat.

Wir sind zuerst einen kurzen Rundweg, den sogenannten Alerce Trail gegangen. Einzigartige, riesige, zum Teil mehr als 3000 Jahre alte Bäume, die hier vor den Begehrlichkeiten der Holzindustrie geschützt sind.

Unterwegs im Pumalin Park

DölLine und ein Alerceriese
Danach haben wir den ersten Campingplatz angesteuert, der auf dem Weg lag. Hier mußten wir feststellen,  das wir mit unserer 6 Monats- Tour eher noch die Pauschaltouristen unter den Careterra-Reisenden sind. So trafen wir ein californisch-deutsches Paar,  dass seit 2 Jahren mit den Fahrrädern durch Sudamerika reist und auch ein australisches Paar, welches seit 11 Monaten mit dem Motorrad durch Südamerika unterwegs ist. Als uns ein paar chilenische Jugendliche noch mit ein paar Brocken leckeren gegrilltem Fleisch verwöhnten war die Welt für uns in Ordnung und wir schliefen zufrieden in unserem Zelt ein.

Am nächsten Tag ging es weiter zum Chaiten. Dem Vulkan, der 2008 überraschend ausbrach und weite Landstriche sowie den Ort Chaiten verwüstete.  Er brodelt immernoch! Diesen wollten wir erklimmen und erlebten ein wahres Bergsteigerdrama a la Messner-Brüder. Nachdem wir uns 2 Stunden durch apokalyptische Landschaft den Vulkangipfel genährt hatten, verließ DölLi die Kraft! Mit letzter Kraft übergab er DölLine die Kamera und sagte: "Jetzt liegt es an Dir! Go for the summit." Nach einer weiteren Stunde erreichte DölLine den Gipfel und hörte das Blubbern und Grollen des Vulkans. Hier das Beweisfoto:

DölLine auf dem Chaiten
Geschlafen wurde am Vulkan Campingplatz mit grandiosem Ausblick.

Zeltplatz am Chaiten
Am nächsten Tag ging es weiter durch den Pumalin Park, vorbei am Lago Yelcho. Wir machten halt um einen Trail durch den Urwald bis zu 2 Gletschern zu laufen und es ist tatsächlich wahr, nach 2 Stunden auf einem schmalen Urwaldpfad standen wir plötzlich fast direkt vor den beiden Gletscherwänden. Die Gletscher reichen hier direkt bis an den Waldrand.

Unterwegs auf der Careterra

Die Yelcho-Gletscher
Wir machten dann einen kleinen Abstecher von der Carreterra Austral und fuhren zum kleinen Küstenweiler Raul Marin Balmaceda. Wir fanden, nachdem wir gerade so die letzte Fähre erwischt hatten, ein kleines Cabana, wo uns als einzige Gäste eine große Portion frischer Lachs zubereitet wurden. Am nachsten Morgen gingen wir zum Strand um nach Pinguinen, Delfinen und Seelöwen Ausschau zu halten. Allerdings ohne Erfolg! Dafür begleitete uns eine Schar Pferdebremsen.

Fähre nach Balmaceda

DölLi am Strand, aber keine Seelöwen in Sicht

Strand von Balmaceda

Unsere Cabana in Balmaceda
Wir verließen den Küstenweiler und es ging weiter in den Nationalpark Quelat, wo uns ein echtes Highlight erwartete: Der hängende Gletscher von Quelat. Das wir Glückskinder sind, seht ihr an den Wetterbedingungen,  denn meistens zeigt sich dieses Naturschauspiel wolkenverhangen. Doch bei uns, seht selbst:


Der hängende Gletscher von Quelat


Wir 2 und der Gletscher
Gezeltet wurde direkt am Fuße des Gletschers.

Zeltplatz am Quelat
Wir wollen euch kurz einen lustigen Vertreter der patagonischen Vogelwelt vorstellen: den Cuchao! Wie ihr seht sieht er aus wie unser Rotkehlchen und ist auch nicht viel größer. Wenn er allerdings seinen Schnabel aufmacht,  meint man einen respektablen Hofhahn zu hören,  der gerade nach seinen hundert Hennen ruft. Wir konnten zuerst nicht glauben, dass diese Stimme zu dem kleinen Piepmatz gehört.

Cuchao
Heute zeigt sich das Wetter erstmals von seiner patagonischen Seite. Das heißt Wind und Regen. Macht uns allerdings gar nichts aus, da die Carreterra bis nach Coyhaique durch landwirtschaftlich genutztes Gebiet führt und geteert ist. Wir haben also Strecke gemacht und sind heute Abend in Coyhaique angekommen und haben in einem schuckeligen Hostel Unterschlupf gefunden. Mit WLAN und Warmwasserdusche!!!!

Morgen geht's dann weiter gen Süden, wieder in die Wildnis.

Gruß DölLi & DölLine

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