Unser Weg - Around the World to find Ourselves !

Unsere Route

Sonntag, 26. Januar 2014

Einmal ans Ende der Welt und wieder zurück

Wo wir die letzten Tage waren, ist w-lan wirklich noch nicht sehr verbreitet, daher hat es ein paar Tage gedauert, bis wir uns wieder melden konnten. Entgegen unserem eigentlichen Plan, sind wir die Carretera austral nämlich wirklich bis zum letzten Meter gefahren. Und das kam so:

Nach unserem letzten Post von der Marble Cathedral haben wir uns am nächste  Tag aufgemacht ins Valle Exploradores.  Durch dieses Tal führt eine 75km lange Schotterpiste. Diese Piste gibt es erst seit ein paar Jahren, sie erleichtert den Zugang zur Laguna San Rafael.  Dort wollten wir eigentlich vom Wasser aus mit einem Boot zum Gletscher fahren. Allerdings ist die Laguna San Rafael für ihr schlechtes Wetter bekannt und dies war leider auch an unserem Tag so, sodass wir darauf verzichten mussten. Stattdessen haben wir uns auf dem Landweg einem anderen Gletscher des Hielo Norte, dem nördliche patagonischem Inlandseis genähert. Das Foto wird besonders meine Mutter freuen: Siehste Mutter, deine Mützen sind im Einsatz!

Gletscherschmatz

Am nächsten Tag ging es weiter entlang dem Lago General, immer weiter nach Süden. Was uns erwartete war einer der schönsten Orte,  die wir jemals gesehen haben, dass Valle Chacabuco. Dieses Tal liegt ein wenig abseits und die meisten der Carretera Reisenden fahren daran vorbei, ein großer Fehler.  Hier entsteht gerade ein neuer Nationalpark, der Park Patagonia. Durch das 80km lange Tal führt eine wenig befahrene Piste zu einem kleinen Grenzübergang nach Argentinien, den aber kaum jemand nutzt. Uns begegneten während 3 Stunden Fahrt gerade 2 Autos. Das Tal selbst liegt in einer unbeschreiblichen Naturkulisse, wie es kein Bild je wieder geben kann. Durch dieses Tal ziehen hunderte wilde Guanakos, die Urform der domineszierten Lamas und Alpakas. Das ganze wirkt wie eine afrikanische Savanne, nur mit unbeschreiblichen Bergen drum herum.

Valle Chacabuco

Guanako im Valle Chacabuco

Neugierig

Von da unten aufgestiegen !
Dort haben wir 2 Tage gezeltet, bei nachts 0 Grad Celsius!  Wir fanden es klasse. Mein Körper, der mich am Chaiten noch hat scheitern lassen, hat mittlerweile verstanden, dass er ursprünglich für etwas anderes gemacht wurde als den Bürostuhl. Eine 26km Wanderung mit 800 Höhenmetern im Valle Chacabuco hat er jedenfalls gut verkraftet ;-)

Gewandert sind wir übrigens dort, wo auch der Puma durch die Berge streift. Jetzt denkt sicher der ein oder andere, ich will ein bisschen Abenteurerlatein zum besten geben. Aber seht selbst, wir wurden beobachtet!

Wir werden beobachtet!
Das wir tatsächlich einem Puma begegnet sind und diesen auch noch fotografieren konnten, ist der absolute Wahnsinn, unbeschreiblich!

Nach zwei herrliche  Tagen machten wir uns auf in Richtung Süden.  Und jetzt wurde es wirklich einsam. Ziel war zunächst der Küstenort Caleta Tortel. Da die Häuser dort nur durch Stege verbunden sind, wird er in jedem Reiseführer als lohnenswertes Ziel beschrieben. Wir dagegen fanden es dort total öde und haben unser Vorhaben dort zu übernachten schnell über den Haufen geworfen und stattdessen entschieden die Carretera Austral bis zu ihrem letzten Meter,  d.h. weitere 160 kilometer in den Süden bis nach Vila O'higgens zu fahren. Die richtige Entscheidung!
Hier trennt sich die Spreu vom Weizen der Carretera Reisenden, denn diesen Weg machen nur noch Wenige. Es geht durch fantastische Landschaft ohne jegliche Spur menschlicher Besiedlung. Am Ende der Strecke wartet der kleine Ort Vila O'higgins an dem wir spät abends ankamen und zu unserem großen Glück ein nettes Zimmer mit heißer Dusche und leckerem Frühstück fanden.
Auch hier am Ende der Welt haben wir eine tolle Wanderung unternommen, unser Vorhaben von hier aus mit einem Catamaran zum Gletscher O'higgins des patagonischen südlichen Inlandseises, dem Hielo Sud vorzudringen, mußten wir allerdings auch hier wegen dem für die nachsten Tage angekündigten Sturm aufgeben.

Finisher!
Keine Bange, es wird nicht unser letzter Versuch gewesen sein hier in Patagonien einen Gletscher von der Wasserseite aus anzusteuern.

Heute haben wir uns zum ersten Mal wieder Richtung Norden gewandt, denn weiter nach Süden geht es auf dieser Seite der Anden nicht. Angekommen sind wir wieder am Lago General, wo wir uns ein bißchen Luxus in einer Lodge direkt am Seeufer gönnen.

Die Flasche Sauvignon Blanc wartet, deshalb Prost und Gruß an Euch daheim!

DölLi & DölLine

P.S. vielen Dank für eure Kommentare hier im Blog und auf Facebook. Bitte versteht das wir nicht jeden individuell beantworten. Sonst schreiben wir mehr als wir reisen. Aber bitte immer weitere Kommentare von euch, dass freut uns jedesmal sehr. Danke

Kommentare:

  1. Meine herzlichsten Geburtstagswuensche, Sonja! Ich hoffe, dass Ihr Euch findet und das Suchen weiterhin so abenteuerlich und schoen ist. Ich freue mich fuer Euch beide und bin ueberzeugt dass Ihr am Ende der Reise genau wisst, was als naechstes ansteht. Vielleicht kauft Ihr Euch auch ein Boot und kommt mit mir segeln...?? Habt weiterhin eine schoene Reise und wir sehen uns ja dann bald hier. Feier Deinen Geburtstag schoen und ich werde heute abend auf Dein Wohl ein oder 3 Graeschen Roten trinken. Heute ist Chinesisches Neues Jahr...also : Gong Xi Fat Cai - Happy Chinese New Year!
    Papa

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  2. Hallo Ihr lieben, ein wirklich schoener Blog. Immer wieder schoen abends auf der Couch zu lesen. Weiterhin viel viel Spass und eine tolle Reise! LG vom ex- Kollegen Alex Kaul

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